Automobilia (Teil 2)
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Text: Eberhard Weilke

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Literatur rund um's Autofahren: verborgene Schätze heben...

Vor vierzehn Tagen haben wir uns eine Betriebsanleitung, einen Reiseführer und einen Ratgeber für junge Automobilisten angeschaut. Heute betrachten wir historisches Kartenmaterial, lernen das Ersatzteilbestellwesen der Altvorderen kennen und versuchen, uns für Tankstellen in Stahlbauweise zu begeistern.

Der schnelle Weg zum Ersatzteil...

Auch der beste Wagen kann einmal mit einem Defekt aufwarten. Heute erscheint es ein Leichtes, nach Eingabe der Fahrgestellnummer aus dem Electronic Parts Catalogue (EPC) die gewünschten Teilenummern zu finden und sich auf darauf freuen zu können, im Allgemeinen am nächsten Morgen nach 10 Uhr die Reparatur fortsetzen zu können. Dieser Vorgang hatte früher einen ganz anderen Charme. Den handlichen Ersatzteilkatalog in der Hand, konnte der Schrauber vor Ort mit Leichtigkeit die benötigten Teile identifizieren. Den Bestelltext flugs telegraphisch übermittelt ... "dringsendet" ... wird das Teil dann schon in absehbarer Zeit kommen. Zur Sicherheit, um eine eventuelle „Verstümmelungen“ durch telegraphische Übermittlung zu korrigieren, die Bestellung noch einmal in Briefform bestätigt, war diese Übermittlung einem System an Stafettenreitern haushoch überlegen.

 


Hütet Euch vor Bestellungs-Verstümmelungen...


Alles so gezeichnet, daß man es auch wieder zusammenschrauben kann.

Direkt zum Ziel...

Wer heute der sanften Stimme seines Navigationscomputers vertraut, wird nur noch mit einem verklärten Blick auf das alte System der Straßenkarten zurück blicken. Das jedoch auch hier die ein oder andere Innovation im Verlaufe der Jahre sich am Markt versuchte, zeigt nicht nur die große Verbreitung der patentgefalteten Falk-Stadtpläne.

Ein ähnlich kompaktes System platzierte Anfang der 70er Jahre die Altenburg Stralsunder Spielkartenfabriken erfolglos am Markt. Ganz Deutschland war aufgeteilt auf insgesamt 18 doppelseitig bedruckte große Spielkarten, die in einem speziellen Halter der Navigator bequem in der Hand hielt. Etwas ungünstig lag es an der Natur der Sache, dass die Karte, die man genau an dieser vermaledeiten Kreuzung im Rosshaargebirge gerade benötigte, entweder ganz unten im Stapel steckte oder gleich nicht auffindbar war. Für die Feinnavigation waren die Karten nicht ausreichend detailliert, für das schnelle Reisen über Land der Kartenausschnitt viel zu klein. Gut erdacht, jedoch ohne wirklichen Vorteil, dafür mit einem Haufen Nachteile behaftet, verschwand diese Navigationshilfe recht schnell wieder vom Markt.

Wesentlich nutzerfreundlich gestaltet war die Große Rad- und Tourenkarte aus dem Verlag Ludwig Ravenstein. Wer hier statt der üblichen 2,25 Reichsmark gar 4,50 Reichsmark anlegte, erhielt eine Karte, welche, in einzelne Stücke geschnitten, auf eine große Leinwand geklebt war. Die sonst unvermeidlichen Risse an den Falzen nach mehrmaliger Benutzung waren so eliminiert, jedoch halte ich es für eine kleine werbliche Übertreibung, wenn, wie auf dem Titel ersichtlich, der Beifahrer bei voller Fahrt im offenen Tourer bei umgelegter Windschutzscheibe mit der Karte hantiert.

Das Kartenblatt war jedoch ohne Fehl und Tadel, wenngleich der Legendentext uns heute eher verwirrt: „Wenn eine Chaussee mit Rot ganz ausgefüllt ist, so darf angenommen werden, dass sie für den Sport geeigneter ist, als eine gewöhnliche Fahrstraße“ Immerhin warnt die Karte noch vor besonderen Gefahren wie Chausseehäuser und herabgelassene Schlagbäume.

Ausdrücklich wird auch um die Mitarbeit bei der Bearbeitung des Rad- und Automobiltouristischen Inhalts aufgefordert. Soweit erforderlich, verifizierte diese Streckenhinweise anschließend das Rekognoszierungsauto des Verlags.

 

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Deutschland auf Straßenkarten im Spielkarten-Format: Wer soll sich da noch zurecht finden?
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[links]
Aha: Das Ruhrgebiet!

[rechts]
Die Große Ravenstein Rad- und Tourenkarte: mit dem offenen Tourer durch Bayern!

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[rechts und unten]
Die Zukunft hat begonnen: Baupläne für moderne Tankstellen in kühner Stahlbauweise.
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[oben]
Es gab noch keinen Stau auf dem Mittleren Ring in München.

Es gab allerdings auch noch keinen Mittleren Ring.

[oben]
Österreich voller Gefahrenstellen...

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Die Zukunft hat begonnen...

Die rapide um sich greifende Motorisierung bewirkte große Veränderungen in der Infrastruktur. Während Bertha Benz noch beim Apotheker das Benzin bezog, schossen in den Nachkriegsjahren die Tankstellen wie Pilze aus dem Boden. Hier sah die „Beratungsstelle für Stahlverwendung“ natürlich die beste Möglichkeit, die Vorteile moderner Tankstellen in Stahlbauweise dem geneigten Tankstellenbauherren darzulegen. Neben seitenlanger Aufzählung aller Vorteile moderner, zeitloser Tankstellen in Stahlbauweise ergänzen als kleine Planungshilfe die gebräuchlichsten Tankstellengrundrisse die Informationsschrift.

Was zeitlos geplant war, hatte tatsächlich nur eine relativ begrenzte Lebensdauer. Das große Tankstellensterben hat in Deutschland schon längst eingesetzt, die kleine Dorftanke vor der ehemaligen Dorfschmiede wurde längst durch den Supermarkt mit Frischebäcker und Multisorten-Zapfpunkt verdrängt.

Bleibende Werte...

Manches ist über all die Jahre jedoch gleich geblieben: Noch immer können Kunden aus Übersee ihren Mercedes in Sindelfingen übernehmen und damit durch Europa reisen - wenngleich auch die Tarife für den Transfer durch Werksfahrer sich verändert haben dürften - und noch immer haben sich Autofahrer im Winter mit Schnee und Eis auseinander zu setzen.

Eine schöne Broschüre „Auch im Winter unbesorgt fahren“ hält der Vertragshändler allerdings nicht mehr für einen bereit.

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