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Automobilia (Teil 2)
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Text: Eberhard Weilke
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Hütet Euch vor Bestellungs-Verstümmelungen...
Alles so gezeichnet, daß man es auch
wieder zusammenschrauben kann.
Direkt zum Ziel...Wer heute der sanften Stimme seines Navigationscomputers vertraut, wird nur noch mit einem verklärten Blick auf das alte System der Straßenkarten zurück blicken. Das jedoch auch hier die ein oder andere Innovation im Verlaufe der Jahre sich am Markt versuchte, zeigt nicht nur die große Verbreitung der patentgefalteten Falk-Stadtpläne. Ein ähnlich kompaktes System platzierte Anfang der 70er Jahre die Altenburg Stralsunder Spielkartenfabriken erfolglos am Markt. Ganz Deutschland war aufgeteilt auf insgesamt 18 doppelseitig bedruckte große Spielkarten, die in einem speziellen Halter der Navigator bequem in der Hand hielt. Etwas ungünstig lag es an der Natur der Sache, dass die Karte, die man genau an dieser vermaledeiten Kreuzung im Rosshaargebirge gerade benötigte, entweder ganz unten im Stapel steckte oder gleich nicht auffindbar war. Für die Feinnavigation waren die Karten nicht ausreichend detailliert, für das schnelle Reisen über Land der Kartenausschnitt viel zu klein. Gut erdacht, jedoch ohne wirklichen Vorteil, dafür mit einem Haufen Nachteile behaftet, verschwand diese Navigationshilfe recht schnell wieder vom Markt. Wesentlich nutzerfreundlich gestaltet war die Große Rad- und Tourenkarte aus dem Verlag Ludwig Ravenstein. Wer hier statt der üblichen 2,25 Reichsmark gar 4,50 Reichsmark anlegte, erhielt eine Karte, welche, in einzelne Stücke geschnitten, auf eine große Leinwand geklebt war. Die sonst unvermeidlichen Risse an den Falzen nach mehrmaliger Benutzung waren so eliminiert, jedoch halte ich es für eine kleine werbliche Übertreibung, wenn, wie auf dem Titel ersichtlich, der Beifahrer bei voller Fahrt im offenen Tourer bei umgelegter Windschutzscheibe mit der Karte hantiert. Das Kartenblatt war jedoch ohne Fehl und Tadel, wenngleich der Legendentext uns heute eher verwirrt: „Wenn eine Chaussee mit Rot ganz ausgefüllt ist, so darf angenommen werden, dass sie für den Sport geeigneter ist, als eine gewöhnliche Fahrstraße“ Immerhin warnt die Karte noch vor besonderen Gefahren wie Chausseehäuser und herabgelassene Schlagbäume. Ausdrücklich wird auch um die Mitarbeit bei der Bearbeitung des Rad- und Automobiltouristischen Inhalts aufgefordert. Soweit erforderlich, verifizierte diese Streckenhinweise anschließend das Rekognoszierungsauto des Verlags. |
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